The Big Y von „Hinterm Stein“

Dieser Pullover bzw. besser gesagt, diese Wolle hat eine lange Geschichte hinter sich. Die Wolle ist 100% Alpaka vom Nieplitzhof, die ich vor Jahren mal, ohne ein bestimmtes Projekt im Kopf zu haben, gekauft habe. Ich hab keine Ahnung mehr, wie ich darauf gekommen war, und die exakte Wolle finde ich in dem Shop auch gar nicht mehr. Meine hatte bei 100g eine Lauflänge von 200m. Wie dem auch sei, irgendwann hab ich dann überlegt, was daraus werden sollte und habe mich für die Jacke Celtica von Drops entschieden. Das reizvolle an den Strickmustern von Drops ist ja, dass sie kostenlos sind. Und da ich meinen Strickkenntnissen noch nicht so traue, wollte ich nicht viel Geld für eine Anleitung ausgeben. Laut meinen Ravelry-Notizen habe ich im Dezember 2017 mit der Jacke angefangen. Das Muster war aber wohl doch zu kompliziert für mich, ich habe immer nur in sehr großen Abständen gestrickt. Und das 3 Jahre lang. Zwischendurch war mir auch schon klar geworden, dass meine Wolle wahrscheinlich gar nicht reichen würde, trotzdem habe ich weitergestrickt. Manchmal ist man einfach nicht rational bei dem, was man tut. Im Mai 2020 habe ich dann aber entschieden, dass das keinen Sinn hat, auch, da ich durch die langen Zeiträume unterschiedlich fest bzw. locker gestrickt habe. Das gefiel mir dann überhaupt nicht.

Ich habe dann nach einem anderen Projekt gesucht, für das meine Wolle auch reichen würde. Ich war außerdem zu dem Schluss gekommen, dass Zopfmuster in dem doch eher weichen Garn nicht so gut wirken. Schließlich habe ich das „Big Y“ von „Hinterm Stein“ gefunden. Der Pullover ist ganz schlicht, aber durch den Streifen an der Seite, das Y, trotzdem nicht langweilig. Also habe ich alles aufgeröbbelt und am 18. Mai 2020 mit dem Big Y angefangen. Das Stricken ging mäßig voran, Ende des Jahres war ich dann fertig. Das Ergebnis war…viel zu eng. Ich habe beim Spannen so viel gereckt, wie ich konnte, aber es hat nicht gereicht. Der Pullover saß ziemlich hauteng, so würde ich ihn nicht anziehen. Mittlerweile hatte mich aber das Strickfieber erwischt, und die Wolle war einfach viel zu schön, so dass ich wieder alles aufgemacht habe und den Pullover dann eine Größe größer gestrickt habe. Angefangen am 4. Januar, und am 26.2. war ich fertig. Das ist für mich extrem schnell. Jetzt ist der Pullover genauso, wie ich es mir vorgestellt habe: weit genug, dass ich noch was darunter anziehen kann, aber nicht übergroß.

Die Wolle fühlt sich zwar superweich an, ist aber doch etwas kratzig, zumindest am Hals. Deshalb habe ich am Halsausschnitt von innen einen Jerseystreifen aufgenäht.

Schreibe einen Kommentar