Neu im Shop: Zamora Blouse

Es ist wieder ein Schnitt von Itch to Stitch in Deutsch erhältlich, die „Zamora Blouse„. Wie ich finde, ist dies ein sehr vielseitiger Schnitt und aus dem richtigen Stoff kann sie sehr festlich daherkommen, perfekt fürs Weihnachtsfest.

Zamora Blouse

Die Zamora ist die klassische Schluppenbluse neu aufgelegt. Sie hat einen tiefen V-Ausschnitt mit Schleife, Biesen am Vorderteil, Knopfleiste, Abnäher vorne und hinten und geraffte Ärmel in zwei Längen. 

Ich mag besonders die Schleife und die Biesen.

Für meine Version habe ich einen leichten Baumwollbatist verwendet und alle Nähte als französische Nähte genäht. 

Wer ein paar Anregungen haben möchte, was man aus der Bluse alles machen kann, der kann sich einnmal durch die folgenden Links klicken. Auf dem Itch-to-Stitch Blog gibt es verschiedene Tutorials, wie man die Bluse abändern kann. Sie sind zwar auf Englisch, aber sehr gut bebildert.

Natürlich hatte ich auch wieder tatkräftige Unterstützung. Vielen Dank an

Monika

Julia L.

Julia H.

Monika hat eine wunderschöne Bluse aus gelbem Kreppchiffon genäht:

Julia hat gleich zwei Blusen genäht. Ich weiß gar nicht, welche mir besser gefällt:

Wie immer gibt es das Schnittmuster in der ersten Woche um 20% reduziert. Und bis Weihnachten ist noch genug Zeit, eine festliche Zamora Blouse zu nähen!

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Lago Tank von Itch to Stitch

Ich habe einiges genäht, was es noch nicht auf den Blog geschafft hat.  Eines davon ist das Lago Tank, ein kostenloses Schnittmuster von Itch to Stitch.

Lago Tank

Hier trage ich es mit meinen schon etwas ausgeblichenen Angelia Shorts in Bastia, Korsika, wo wir eine wundervolle Woche Ende Oktober verbracht haben. Ich habe das Lago Tank irgendwann im Sommer genäht an einem Freitagabend. Ich hatte tausend andere Dinge zu tun, aber ich wollte unbedingt etwas nähen und brauchte ein schnelles Projekt. Das Lago Tank ist eng anliegend im Brustbereich und um die Hüfte weiter geschnitten. Das Rückenteil hat wie bei Sportshirts ein „Racerback“ (gibt es dafür ein deutsches Wort?) Die Träger sind etwas nach innen versetzt, was dem Lago Tank einen etwas anderen Look verleiht, als man es von dem gewöhnlichen Tank Top gewohnt ist. 

Lago tank Lago Tank

Stoff:

Ich hatte noch Reste von meinem Singe summer dress. Es ist ein Viskose-Jersey.

Änderungen:

Keine. Ich konnte mich auf meine übliche Größe bei ITS-Schnittmustern verlassen: Größe 2 für den Brutbereich, Größe 4 für die Hüfte. 

Technisches:

Das Lago Tank Top ist wirklich einfach zu nähen, es gibt nicht Besonderes zur Konstruktion. Einfach Schulternähte nähen, Halsausschnitt einfassen, Seitennähte nähen, Armausschnitte einfassen und säumen. Fertig. Ich hatte Angst, dass der Viskose-Jersey um den Halsausschnitt ausleiert, deshalb habe ich noch so eine Art Beleg eingenäht. Dafür habe ich einen relativ stabilen Jersey aus meinem Stofflager genommen, das untere Ende versäubert, auf das Vorderteil gelegt und das Shirt dann laut Anleitung genäht. 

Lago Tank

Fazit:

Ich war nicht sicher, ob ich das Top oft tragen würde, aber habe ich. Es ist großartig zum drunterziehen und ich könnte noch einige mehr von dieser Sorte gebrauchen. Einziger Nachteil ist, dass man die BH-Träger sieht. Muss ich jetzt wohl ein paar BHs mit gekreuzten Trägern nähen.  

Verlinkt bei MeMadeMittwoch, AfterWorkSewing

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Danielle Batwing Top von Sinclair Patterns

Aus einer Laune heraus habe ich mich für ein Probenähen von Sinclair Patterns angemeldet. Ich habe vorher noch einen Schnitt von Sinclair Patterns genäht, daher war ich sehr erfreut, als ich ausgewählt wurde. Der neue Schnitt ist das Danielle Batwing Top, ein weit geschnittenes Oberteil mit engen Bündchen. 

Danielle Batwing Top

Der Schnitt ist gut und die Anleitung leicht zu verstehen. Ich fand es besonders nett, dass die Anleitung bebildert ist. Als Nachteil habe ich empfunden, dass jede Größe in einer eigenen pdf-Datei kommt. So kann man nicht einfach zwischen zwei verschiedenen Größen wechseln. Ich habe das Shirt in Größe 2 genäht, obwohl ich für die Hüfte eher eine Größe 4 gebraucht hätte.

Danielle Batwing Top

Stoff:

Man braucht einen Jersey, der einen wirklich guten Fall hat. Ich wusste, dass ich Stoff würde kaufen müssen. Aber an dem einzigen Tag, an dem ich dazu Zeit gehabt hätte, hat mich eine fiese Erkältung ans Bett gefesselt. Am Ende habe ich ein altes Kleid auseinander genommen, dass ich sehr gerne getragen habe. Mittlerweile aber hatte sich der Viskose-Jersey so sehr gedehnt, dass der Ausschnitt mir viel zu tief geworden war. Ich musste ziemlich viel stückeln und für die Bündchen noch einen anderen Stoff verwenden. Durch das Muster ist das aber zum Glück nicht so auffällig. Ein bisschen traurig bin ich schon, dass es das Kleid jetzt nicht mehr gibt. Muss ich wohl ein neues nähen.

Danielle Batwing Top

Änderungen:

Dies ist eine unveränderte Größe 2. Ich habe einzi die etwas längeren und weiteren Ärmel aus der ersten TEstversion behalten. Wenn ich will, kann ich die Bündchen bis über meine Hände ziehen. Sehr praktisch für eine Frostbeule wie mich. 

Technisches:

Das Danielle Batwing Top ist einfach zu nähen. Es gibt nur Schulter- und Seitennähte, Bänder und Halsausschnitt und die Bündchen. Am „schwierigsten“ ist es, die Bänder und das Band für den Halsausschnitt anzunähen, aber dank der guten Anleitung ist auch dieser Schritt kein Problem.  

Danielle Batwing Top

Fazit:

Es war mal nett, einen Schnitt von einer anderen Firma zu testen und auch das Shirt selbst gehört nicht zu meinem üblichen Repertoire. Ich hatte nicht erwartet, dass es so gemütlich ist. Perfekt für einen Tag zu Hause. Mit einem anderen Stoff kann man es aber genauso gut ausgehfein machen. Ich weiß nicht, ob ich es nochmal nähen werde, dazu ist es einfach zu speziell und ich habe jetzt genug langärmelige Pullis in meinem Kleiderschrank.

Verlinkt bei RUMS

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Neu im Shop: Newport Top

Der Sommer geht zu Ende und es ist Zeit, für den Herbst zu nähen. Ein perfekter Start ist das Newport Top von Itch to Stitch, welches jetzt in deutscher Übersetzung in meinem Shop erhältlich ist. 

Titelbild

Das Newport Top ist schlicht gehalten und hat keine überflüssigen Details. Trotzdem ist es durch den flachen U-Boot-Ausschnitt und die Überlappung an den Schultern ein Hingucker. Es ist lässig weit geschnitten und perfekt, um es sich an regnerischen Wochenenden auf dem Sofa gemütlich zu machen. Es gibt zwei Ärmelvarianten und der Saum ist hinten länger als vorne.

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Geeignet sind leichte bis mittelschwere Strickstoffe oder Jersey. Je dehnbarer der Stoff ist, der verwendet wird, desto größer fällt das Newport Top aus. Hier kommt es ganz drauf an, was man möchte. Ich habe eine leichten Strukturjersey mit wenig Dehnbarkeit genommen und bin mit meiner üblichen Größe 2/4 gut zurecht gekommen.  IMG_0612

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Hier habt Ihr ein paar Eindrücke von den wunderschönen Newport Tops, die meine Tester genäht haben (Streifen waren übrigens sehr beliebt):

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Mein herzlicher Dank geht an:

Carola, Christiane, Christina, DominiqueJuliaMarie Fleurine, Martina, MelanieMiriamSindyStephie, Rebecca

 

Mehr Bilder und Details zum Newport Top könnt Ihr während der Blogtour sehen:

12.9.: @nani_christiane
13.9.: Brülläffchen, ChriBi
14.9.: kreamino, madebyminoukiMein gewisses ExtraStrickprinzessin
15.9.: sewsloppy
19.9.: liesylotta

 

Während der Blogtour bis zum 19.9. ist das Newport Top um 20% reduziert. Also, schnappt euch den Schnitt und näht am nächsten verregneten Nachmittag einen schönen kuscheligen Pullover!

 

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Chai Shirt & Dress von Itch to Stitch

Hemdblusenkleider sieht man jetzt überall, und ich habe schon lange eines auf meiner Todo-Liste stehen. Als ich das Chai dress von Kennis von Itch-to-Stitch gesehen habe, war ich direkt hingerissen und habe mich sofort zum Probenähen angemeldet. Das Kleid hat einen klassischen Kragen, einen eng anliegenden Taillenbund, Raffungen statt Abnähern, einen ausgestellten Rock und kleine Puffärmel. Es hat einen klassischen und femininen Look, der etwas an Vintage erinnert.

Chai dress

Chai dress

Chai dress

Stoff:

Ich habe einen „Crinkle“-Baumwollstoff, der mit kleinen Blumen bestickt ist, verwendet. Den Stoff habe ich mal vor Jahren hier in Hamburg auf dem Stoffmarkt gekauft. Um zu verhindern, dass der Stoff die Form verliert, habe ich ihn mit einem Baumwollbatist unterlegt. Normalerweise habe ich davon ganz viel auf Vorrat, weil es mein bevorzugter Stoff für Futter oder Unterlegware ist, aber ich hatte gerade noch genug für dieses Kleid. Ich musste sogar etwas stückeln am Rock und für die Ärmel. Seitdem ich den Threads-Artikel über „piecing“ gelesen habe, versuche ich diese Technik zum Stoffsparen einzubauen, und es funktioniert echt gut.

Für die Paspel, inneren Kragenstand und die stoffbezogenen Knöpfe habe ich Reste eines weinroten Baumwollstoffes verwendet. Die Farbe ist fast identisch mit den dunkleren Blumen auf dem Crinkle-Stoff.

Änderungen:

Normalerweise verwende ich bei Itch-to-Stitch-Schnittmustern Größe 2 für das Oberteil und Größe 4 ab der Hüfte. Kennis hat uns aber ermutigt, uns nochmal nachzumessen und die Größe entsprechend der Maßtabelle auszuwählen. Mein Taillenmaß war dann doch Größe 0. Ich war etwas unsicher, ob das nicht zu eng werden würde, aber mein Probeteil war in Ordnung. Die Taille soll sehr eng anliegen bei diesem Design. Wenn man das nicht mag, sollte man doch überlegen eine Größe mehr zu nehmen.

Ich musste eine Anpassung für kleine Oberweite (SBA) machen. Obwohl das Schnittmuster mit verschiedenen Körbchengrößen kommt, war das A-Körbchen immer noch zu groß für mich. Weil das Vorderteil keine Abnäher hat sondern gerafft ist, habe ich meinen Craftsy-Kurs „Adjust the bust“ zu Rate gezogen, wie man eine SBA für ein Oberteil ohne Abnäher macht. In dem Verlauf hat sich das Armloch etwas verkleinert, aber ich hoffte, dass das ok ist. Das erste Tragen hat gezeigt, dass die Armlöcher etwas eng sind, aber es geht noch.

Ich war mit meinem Probeteil nach den Änderung sehr zufrieden und habe also angefangen, das Kleid zu nähen. Weil ich ja immer etwas paranoid bin, was die Passform angeht, probiere ich meine Sachen zwischendurch so oft an, wie es geht. So auch hier, nachdem ich das Taillenband an das Oberteil genäht hatte. Und irgendwie stimmte es nicht. Das Oberteil wollte nach oben rutschen, und unter der Brust war immer noch zuviel Stoff. Also beschloss ich, dem Weg des Stoffes zu folgen und habe das Oberteil 1 cm gekürzt, indem ich oben die Schulternähte entsprechend enger genäht habe. Sofort fühlte sich alles besser an und die Weite, die durch die Raffung ensteht, war über der Brust und nicht darunter. Dies war allerdings die „quick and dirty“ Methode zum Ändern. Ich hatte aber keine Lust, mein Taillenband mit bereits sorgfältig zurückgeschnittenen Nahtzugaben wieder abzutrennen. Diese Änderung hat allerdings den Halsausschnitt verkleinert und ich musste den Kragen entsprechend anpassen. Ich kann den Kragen jetzt auch nicht zumachen, aber das habe ich sowieso nicht vor.

Technisches:

Wie immer ist die Anleitung sehr ausführlich. Es waren einige unter den Probenäherinnen, die zum ersten Mal einen Kragen genäht haben, und alle haben es super hinbekommen. Beim Oberteil habe ich französische Nähte verwendet und war auch versucht, dies beim Rock zu machen. Ich habe allerdings noch nie französische Nähte bei Nahttaschen gemacht, und obwohl ich ein gutes Tutorial dafür gefunden habe, hatte ich Angst, nicht genug Zeit zu haben und bin ich dann doch lieber auf Nummer sicher gegangen und habe die Nähte mit der Overlock versäubert. Das innere Taillenband und den inneren Kragenstand habe ich von Hand angenäht (ich kann einfach nicht im Nahtschatten nähen und ich nähe gerne von Hand. Ich fühle mich dadurch meinen Kleidern auch mehr verbunden).

Für die Paspel habe ich ein 3.5 cm breiten Streifen zugeschnitten. Weil ich nur wenig Stoff hatte, habe ich den Streifen nicht schräg zugeschnitten. Da die Naht in der Taille nicht kurvig ist, fand ich, dass das geht, und es ging. Durch die Paspel wurde es ganz schön dick an der Stelle, an der der Beleg für die Knopfleiste nach innen gelegt wird. Ich habe an den Bruchkanten soviel wie ich mich traute weggeschnitten.

Chai dress

Fazit:

Dies ist ein großartiges Schnittmuster, und ich werde es sicher noch öfter nähen. Ich kann es mir auch sehr gut mit einem weiten Rock vorstellen. Der Schnitt bietet viele Möglichkeiten. Hier könnt ihr die Versionen der anderen Probenäherinnen sehen.

Verlinkt bei: After Work Sewing.

Dieser Post enthält gesponsorte Links.

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Vienna Tank Top Sew-Along, Teil 5

Das Top ist fast fertig, wir müssen nur noch den Saum nähen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Saum bei Jersey

Die Saumzugabe nach innen umschlagen und feststecken.

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Zum Festnähen z.B. eine Coverlock verwenden. Damit sieht der Saum dann aus wie bei Kaufkleidung.

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Wer keine Coverlock hat, kann denselben Look mit einer Zwillingsnadel errreichen. Außen hat man die Doppelnaht und innen dann einen Zickzackstich. Darauf achten, dass die Fadenspannung nicht zu hoch ist und die Stichlänge etwas größer eingestellt ist. Was auch helfen soll ist, eine Spule so einzulegen, dass sie nach rechts dreht und die zweit nach links. Und beide Fäden zusammen einfädeln. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.

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Alternativ kann man den Saum auch mit einem Zickzackstich festnähen. Ich habe mich für einen der zahlreichen Zierstiche, die meine Maschine hat und die ich viel zu selten benutze, entschieden.

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Saum bei Webstoffen

Bei Webstoffen schlägt man den Saum zweimal um und steppt entlang der oberen Saumkante ab. Um das Umschlagen zu erleichtern, kann man eine Hilfsnaht im Abstand der halben Saumzugabe von der Saumlinie entfernt steppen.

Für einen schönen schmalen Saum habe ich folgende Methode verwendet, die ich kürzlich bei Carolyn gelesen habe:

Im Abstand von 1 cm von der Saumkante absteppen.

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Entlang der Steppnaht umbügeln und im Abstand von ca. 3 mm noch einmal absteppen. Überstehende Kante zurückschneiden.

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Das Ganze noch einmal nach innen falten und feststeppen. Ergebnis ist ein schöner, gleichmäßiger schmaler Saum.

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Fertig ist das Vienna Tank Top!

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Ich hoffe, der Sew-Along hat Euch Spass gemacht und Ihr habt ein wunderschönes Top genäht. Ich bin ganz gespannt auf Eure Werke und würde mich freuen, wenn Ihr diese unten verlinkt.


 

 

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Vienna Tank Top Sew-Along, Teil 4

Das Top sieht jetzt ja schon ganz gut aus. Es fehlen nur noch Halsausschnitt und Saum. Heute geht es weiter mit dem Halsausschnitt. Vorher jedoch kümmern wir uns um das Vorderteil. Es gibt hier zwei Möglichkeiten. Die Belege können entweder nach außen oder nach innen gelegt werden. Beides ist möglich und unabhängig davon, ob man den Halsausschnitt mit oder ohne Rüsche macht.

Version A: Beleg zeigt nach außen

Die beiden Vorderteile links auf links aufeinanderlegen, entlang der vorderen Mitte feststecken und steppen. Ich habe mir hier die vordere Mitte mit einem Trickmarker markiert.

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Dann die Nahtzugabe der Belege umbügeln.

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Mittlenaht bügeln. 

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Bevor ich die Belege absteppe, stecke ich alles nochmal gut fest.

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Wenn ich an Kanten entlang absteppe, nehme ich gerne meinen Quiltfuß. Der hat in der Mitte eine Führung, die entlang der Kante läuft. Die Nadel stelle ich nach links.

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Version B: Beleg zeigt nach innen

Sollen die Belege nach innen zeigen, wird alles genau umgekehrt gemacht. Vorderteile also rechts auf rechts zusammenlegen, feststecken und steppen.

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Leider habe ich von dieser Version nicht mehr Bilder gemacht. Aber die folgenden Schritte sind wie oben beschrieben. 

Vorbereitung Halsausschnittblende und Bindeband

Als nächstes bereiten wir die Halsausschnittblende vor. Dies ist für beide Versionen identisch. Zuerst die beiden Blendenteile an den kurzen Enden rechts auf rechts zusammennähen, so dass man einen langen Streifen erhält. Ich habe hier die Rüschenteile direkt mit zusammengenäht.

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Dann den Streifen links auf links längs zur Hälfte falten und bügeln. Anschließend die Seiten bis zur Mitte falten und wieder bügeln.

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Am Ende sollte der Streifen dann so aussehen. Man kann auch einen Schrägbandformer benutzen.

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Version A mit Rüsche

Die Rüsche haben wir eben schon zu einem langen Streifen zusammengenäht. Jetzt den Streifen rechts auf rechts längs zur Hälfte falten und die kurzen Enden zusammennähen. 

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Die Enden werden nun gewendet. Wenn man rechtwinklige Ecken hat, schneide ich die Nahtzugaben nicht zurück, sondern falte sie um….

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….greife mit dem Daumen innen und halte mit dem Zeigefinger die Nahtzugabe fest und wende alles nach außen.

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Als Ergebnis erhält man eine perfekte rechtwinklige Ecke. 

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Jetzt wird die Rüsche zum Kräuseln vorbereitet und innerhalb der Nahtzugabe zwei Reihen mit großer Stichlänge entlang der offenen Kante genäht.

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Die Mitte der Rüsche wird jetzt auf die Innenseite vom Oberteil in der hinteren Mitte festgesteckt. Die offene Kante der Rüsche schließt mit der Kante des Halsausschnittes ab.

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Die Enden der Rüsche schließen bündig mit den Kanten des Vorderteils ab. 

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Jetzt mit viel Geduld und Muße die Rüsche kräuseln, indem man die Fäden anzieht, die Kräusel gleichmäßig verteilen und feststecken.

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Jetzt nehmen wir die vorbereitete Halsausschnittblende und legen sie so auf die Rüsche, dass der mittlere Faltenbruch auf der Nahtlinie liegt. Da die Nahtzugabe 1cm beträgt, und die „Bügelfalten“ in der Halsausschnittblende auch je 1cm Abstand haben, kann man den oberen Faltenbruch der Blende mit der offenen Kante des Halsausschnittes ausrichten. Dann liegt der mittlere Faltenbruch automatisch auf der Nahtlinie.

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Feststecken und von der vorderen Mitte aus einmal um den ganzen Halsausschnitt steppen, bis man wieder vorne angekommen ist. Die Nahtenden sichern.

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Nahtzugaben gestuft zurückschneiden ….

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…und Rüsche nach oben bügeln.

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Jetzt die Kanten der Blende nach innen falten und dann die obere Hälfte der Blende nach unten falten und feststecken.

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Bevor ich so bis zu den Enden der Blende fortfahre, welche dann das Bindeband werden, klappe ich die Enden nach innen um. Ich mag keine offenen Kanten.

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Entlang der offenen Seite schmal absteppen von einem Ende bis zum anderen. Man kann die Enden lassen wie sie sind. Ich habe Knoten gemacht. Man kann auch Perlen oder ähnliches am Ende befestigen.

Version B ohne Rüsche

Die Mitte der Blende wird auf die Innenseite vom Oberteil in der hinteren Mitte festgesteckt. Dabei wird, anders als bei Version A, die obere Kante der Blende mit der Kante vom Halsausschnitt ausgerichtet. Der obere Faltenbruch kommt so auf der Nahtlinie zu liegen (Dies ist im Text der Anleitung falsch beschrieben, aber das zugehörige Bild ist richtig!).

Feststecken und von der vorderen Mitte aus einmal um den ganzen Halsausschnitt im oberen Faltenbruch steppen, bis man wieder vorne angekommen ist. Die Nahtenden sichern. Nahtzugaben zurückschneiden und alles nach oben bügeln. Entlang des mittleren Faltenbruchs umfalten, so dass die Nahtzugaben von Halsausschnitt und Blende eingefasst werden. Feststecken und schmal absteppen. Die Enden des Bindebandes können, wie oben beschrieben, vorher nach innen umgefaltet werden, um offene Kanten zu vermeiden.

Jetzt fehlt nur noch der Saum!

 

 

 

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Vienna Tank Top Sew-Along, Teil 3

Heute zeige ich euch eine andere Methode, um die Passe zu nähen. Dies ist die Art, wie man auch Passen an Hemden nähen kann.

Passe – Methode 2

Vorder- und Rückenteil zum Kräuseln vorbereiten: zwei Reihen mit großer Stichlänge und reduzierter Fadenspannung innerhalb der Nahtzugaben nähen.

Beide Vorderteile und ein Passenteil rechts auf rechts aufeinander legen.

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Die Fäden für die Kräuselung anziehen, so dass die Schulternähte die gleiche Länge bekommen und feststecken. Dann drehe ich alles um, so dass das Vorderteil mit der linken Seite oben liegt, und lege das zweite Passenteil mit der rechten Seite auf das Vorderteil. 

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Alles feststecken, durch alle drei Lagen steppen und dann alles nach rechts drehen. Nähte bügeln.

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Ich lege mir alles so hin, dass das äußere Passenteil mit der rechten Seite oben liegt, das zweite Passenteil und die Vorderteile sind nach unten geklappt. Dann stecke ich das Rückenteil rechts auf rechts auf die äußere Passe, stecke hintere Mitte und Markierungen fest und ziehe die Fäden an, bis genug gekräuselt ist.

Jetzt wird gerollt. Die Methode ist auch unter „Burrito“-Methode bekannt. Ich rolle zuerst Rücken- und Vorderteile auf, bis die zweite Passe frei liegt.

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Dann klappe ich die zweite Passe nach oben, bis die Unterkante auf die Unterkante der ersten Passe plus Rückenteil zu liegen kommt, stecke alles fest und nähe durch alle Lagen. Darauf achten, dass man nicht aus Versehen etwas von den aufgerollten Teilen mitfasst.

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Anschließend kann man alles zur Seite herausziehen und umdrehen. Als Ergebnis liegen alle offenen Kanten innerhalb der Passe und man hat sowohl innen als auch außen sauber eingefasste Nähte.

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Dann werden die Seitennähte geschlossen. Ich habe französische Nähte gemacht. Jetzt bleibt nur noch, die Kanten der Armausschnitte einzufassen. Ich habe dafür ein 3 cm breites Schrägband zugeschnitten. Es ist wichtig, den Stoff im schrägen Fadenlauf zuzuschneiden, damit er sich gut um die Rundungen legen lässt. Dieses dann rechts auf rechts entlang der Armausschnittkante feststecken. Dabei darauf achten, dass man den Schrägstreifen nicht dehnt. An der Seitennaht Anfang und Ende des Streifens zusammenstecken und steppen. Überstehende Enden abschneiden.

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Streifen feststeppen.

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Nahtzugaben zurückschneiden.IMG_0386_Bildgröße ändern

Alles nach innen umbügeln, die untere Kante unterfalten und alles von rechts absteppen.

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Fertig!

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Vienna Tank Top Sew-Along, Teil 2

Bevor wir jetzt mit dem Nähen anfangen, wollte ich noch einen letzten Punkt zur Vorbereitung erwähnen. Seidenstoffe sind ja oft recht rutschig und verziehen sich gerne. Um sich das Leben etwas einfacher zu machen, kann man die zugeschnitten Teile mit Sprühstärke einsprühen. Das macht die Seide steif und einfach zu händeln. Am Ende kann man die Stärke einfach auswaschen. Vorher sollte man diese Behandlung aber unbedingt an einem Reststück testen!

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Der erste Schritt ist das Anbringen einer Stütznaht am Halsausschnitt, um zu verhindern, dass der Stoff an dieser Stelle ausleiert. Dabei ist es wichtig, dass die Naht für beide Seiten in derselben Richtung genäht wird, also jeweils von der Schulter zur Mitte hin. Stichwort: „directional stitching“. Hier ist ein sehr schöner Artikel, was dahinter steckt. Dieses Prinzip sollte man immer berücksichtigen, um ungleichmäßiges Ausdehnen des Stoffes zu vermeiden.

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Passe – Methode 1

Diese Methode folgt der Anleitung. Hierbei werden die Armausschnittkanten von Passe und Oberteil quasi getrennt versäubert.

Zuerst werden beide Passenteile rechts auf recht aufeinandergelegt und an den Armausschnittkanten zusammengenäht. 

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Ich habe die Armausschnittkanten vom Oberteil verstärkt. Da ich kein Nahtband im schrägen Fadenlauf habe, habe ich mir Streifen aus leichter Einlage im schrägen Fadenlauf zugeschnitten….

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…und auf die linke Seite von Vorder- und Rückenteil entlang der Armausschnitte aufgebügelt.

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Die Kanten habe ich anschließend mit meiner Overlock versäubert. Da der Stoff nicht ausfransen würde, ist dieser Schritt nicht notwendig, aber ich finde, es sieht einfach hübscher aus.

IMG_0265_bearbeitet_Bildgröße ändernAnschließend die Nahtzugabe nach innen legen und die Kante absteppen. Dabei die letzten ca. 5 cm bis zur Seitennaht offen lassen. Ich habe das mit den beiden Stecknadeln markiert.

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Ich steppe von der rechten Seite aus ab, da meine Nähmaschine auf der Unterseite nicht so schöne Stiche macht.

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Jetzt bereiten wir die Vorderteile und das Rückenteil zum Kräuseln vor. Dafür bei den Vorderteilen entlang der Schulternähte zwei Reihen mit großer Stichlänge und etwas geringerer Fadenspannung innerhalb der Nahtzugabe nähen. Am Rückteil dasselbe zwischen den beiden Markierungen.

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Nun nehmen wir ein Vorderteil und schieben es zwischen die Passe. Hier ist es ganz wichtig, dass die Kante vom Armausschnitt bis ganz dicht an die Naht der Passe geschoben wird. Die linke Seite vom Vorderteil muss dabei zu der Passe gewandt sein, die innen liegen soll. Wenn beide Passenteile aus demselben Stoff sind, muss man hier aber nichts weiter beachten.

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Bevor ich die Fäden für die Kräuselung anziehe, stecke ich das Vorderteil am Anfang und Ende fest. So weiß ich dann genau, wie stark ich die Fäden anziehen muss.

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Mit etwas Geduld die Kräuselung gleichmäßig verteilen und dann feststecken. Dann lege ich das Passenteil wieder über das Vorderteil, stecke es fest und steppe durch alle drei Lagen.

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Bevor ich die Nahtzugaben zurückschneide, wende ich alles auf die rechte Seite und schaue, ob ich mit der Kräuselung und dem Übergang zwischen Passe und Vorderteil zufrieden bin.

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Sieht gut aus, also wieder zurück gewendet und die Nahtzugaben gestuft zurückschneiden. Dabei bleibt die Nahtzugabe, die später der Außenseite bzw. dem Oberstoff am nächsten liegt, am längsten.

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Für das zweite Vorderteil genauso vorgehen. Dann beide Vorderteil nach innen rollen, damit sie erstmal aus dem Weg sind.

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Jetzt wird das Rückenteil von oben zwischen die Passenteile geschoben, und zwar so, dass die linke Seite vom Rückenteil zur inneren Passe zeigt.

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Rückenteil bis nach unten durchschieben. Hintere Mitte und die Markierungen von Rückenteil und Passe ausrichten und feststecken.

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Fäden anziehen und die Kräusel gleichmäßig verteilen. Noch mehr feststecken….

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….das zweite Passenteil drüberlegen, ausrichten und durch alle drei Lagen steppen. Auch hier wieder darauf achten, dass das Rückenteil soweit es geht an die Naht von der Passe geschoben wird. Ich wende wieder alles kurz nach außen, um zu schauen, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

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Alles wieder auf links wenden und die Nahtzugaben gestuft zurückschneiden.

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Als nächstes die Nahtzugaben der Armausschnitte einschneiden und zur inneren Passe bügeln.

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Damit die Nahtzugabe bleibt, wo sie jetzt ist, wird sie festgesteppt („untergesteppt“). Das ist ein bisschen fummelig, und man kann die Nahtzugabe auch nicht komplett von Anfang bis Ende feststeppen. Die Nahtzugabe wird dazu nur an der inneren Passe festgesteppt. Dazu lege ich die Passe so unter meine Nähmaschine, dass ich die Naht mittig unter dem Füßchen habe. Die Nadel stelle ich dann in Richtung innnere Passe, hier ist es nach links. Beim Nähen achte ich darauf, dass beide Passenteile glatt liegen.

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Von innen sieht es dann so aus:

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und wenn die Passe wieder nach außen gedreht ist so:

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Jetzt haben wir es fast geschafft. Beide Passenteile werden am Halsausschnitt mit einem Heftstich zussammengehalten.

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Dann können die Seitennähte geschlossen werden. Hierbei darauf achten, dass die Nahtzugaben der Armausschnitte geöffnet sind. Ihr erinnert euch, hier hatten wir die Zugaben nicht bis zum Ende festgesteppt. Ich hab die Seitennähte mit der Overlock genäht.

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Anschließend werden die restlichen Nahtzugaben am Armausschnitt nach innen umgeklappt, festgesteckt und festgesteppt.

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Nach dem Steppen von rechts:

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Ich sichere den Faden nicht durch Rückstiche, sondern ziehe die Enden nach innen und vernähe oder verknote sie.

Soweit für heute. Damit der Post nicht zu lang wird, zeige ich euch die zweite Methode, wie man die Passe nähen kann, morgen.

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Vienna Tank Top Sew-Along, Teil 1

Hallo und willkommen zum ersten Teil des Sew-Alongs für das Vienna Tank Top. Heute geht es um alle vorbereitenden Arbeiten.

Stoffauswahl

Das Vienna Tank Top ist ein leichtes Sommertop, und daher auch für leichte Stoffe konzipiert. Für Passe und Bindeband ist Webstoff vorgesehen. Hier kann man alles nehmen wie Batist, Leinen, Blusenstoff, Chambray, Crepe etc. Es wird von durchsichtigen Stoffen abgeraten, da hier die Nähte in der Passe durchscheinen würden. Der Rest des Tops wird aus Jersey genäht. Hier sind ebenfalls leicht Single-Jerseystoffe am besten geeignet. Bei zu dicken oder festen Stoffen kann man Schwierigkeiten mit den Raffungen bekommen. Bei Version A werden die Belege in der vorderen Mitte nach außen gelegt und hier ist dann die linke Stoffseite zu sehen. Der Stoff sollte entsprechend ausgewählt werden.

Man kann das Top auch komplett aus Webstoff (nur empfohlen bis Körbchengröße C) oder komplett aus Jersey nähen. Hier muss man sich aber etwas genauer Gedanken zur Stoff- und zur Größenauswahl machen. Soll das Top komplett aus Webstoff genäht werden, sollte man beachten, dass ein Großteil der Weite des Tops im Brustbereich sich im Rückenteil befindet. Hier sollte man Vorder- und Rückenteil getrennt auszumessen (Achtung, die Nahtzugaben sind bereits enthalten!) und mit seinen Körpermaßen  vergleichen. Wenn Jersey für die Passe verwendet wird, sollte er stabil genug sein, um das ganze Top zu tragen.

Ich habe für Version A einen leichten Batist aus Bio-Baumwolle für die Passe und einen Bio-Single-Jersey für das Top gewählt. Version B nähe ich komplett aus einem Seidencrepe.

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Itch-to-Stitch Schnittmuster sind nur als pdf erhältlich, d.h. man kommt ums Ausdrucken und Zusammenkleben nicht herum. Aber es handelt sich hierbei um pdfs mit verschiedenen Ebenen, so dass man nicht alle Größen ausdrucken muss, sondern nur die gewünschten. Das macht das Schnittmuster auf jeden Fall übersichtlicher.

Größenauswahl

Bevor wir nun den Schnitt ausdrucken, schauen wir uns zuerst die Größentabelle an. Der Schnitt kommt in den US-Größen 00 bis 20. Das mag für uns Europäer zuerst verwirrend sein, aber letztlich ist es ganz egal, wie die einzelnen Größen benannt sind, denn die Auswahl der richtigen Größe erfolgt nach der Maßtabelle.

Masstabelle

Meine Maße sind 83, 70, 94. Damit liege ich zwischen den Größen 0 (Oberweite) und 4 (Hüfte). Da ich eine sehr kleine Körbchengröße habe, wähle ich für die Oberweite Größe 2, da es mir sonst in den Schultern zu eng wäre. Je nach Schnitt muss ich dann eine Anpassung für wenig Busen (SBA=small bust alteration) machen. Für das Vienna Tank Top brauche ich das nicht, da es kein eng anliegender Schnitt ist. Zur Überprüfung, ob die gewählte Größe die richtige ist, kann man noch einen Blick auf die Maße des fertigen Kleidungsstückes werfen:

MasseKleidung

Diese Tabelle zeigt, wie weit das Top an den unterschiedlichen Stellen ist. Man erfährt hier also etwas über die enthaltene Bewegungsweite. Da das Top nicht bis zur Hüfte geht, sondern zwischen Taille und Hüfte endet, ist hier das Maß für die „obere Hüfte“ (high hip) angegeben, was der Saumweite entspricht. Man erkennt, dass das Top einiges an Weite hat. Für meine ausgewählte Größe sind dies 10 cm im Brustbereich und 24 cm in der Taille. 

Anders als bei manch anderen US-Schnittmustern, kann man sich gut auf diese Tabellen verlassen. Und wenn man erst einmal seine Größe gefunden hat, kann man sie auch für andere Itch-to-Stitch-Schnittmuster übernehmen.

Ausdrucken und Zusammenkleben

Nachdem wir unsere Größe gefunden haben, können wir diese ausdrucken. Dazu geht man im pdf links auf das Icon für die Ebenen und wählt die Größen aus, die man ausdrucken möchte:

Ebenen

Zu Anfang sind alle Größen angeklickt, ich habe bis auf die Größen 2 und 4, die ich ausdrucken möchte, alle anderen weggeklickt. Sehr praktisch ist auch, dass im Abschnitt „Anleitung zum Drucken“ immer die Seitenzahlen für die Schnittteile angegeben sind, wenn man die Anleitung nicht mit ausdrucken möchte. Da braucht man dann nicht selber die Seiten zu zählen. In diesem Fall ist es Seite 18 – 30.

Beim Ausdrucken, wie bei allen pdfs, immer darauf achten, dass man „Tatsächliche Größe“ oder 100% auswählt, damit die Skalierung stimmt. Zur Überprüfung gibt es ein kleines Testquadrat auf der ersten Seite. Sicherheitshalber sollte man diese Seite zuerst ausdrucken und das Quadrat ausmessen, bevor man alle Seiten druckt.

Ich lege mir die Seiten immer einmal in der richtigen Anordnung auf dem Boden aus, um mir einen Überblick zu verschaffen. Bei diesem relativ kleinen Schnittmuster reicht mein Boden gerade aus, bei größeren Schnitten muss ich die Seiten in mehreren Etappen auslegen.

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Die Seiten haben Zahlen als Wasserzeichen, was einem bei der Reihenfolge hilft. Außerdem gibt es am äußeren Rand eine dicke schwarze Markierung zur Orientierung. Ich klebe nie alle Seiten auf einmal zusammen. Das wäre mir am Ende dann viel zu unhandlich. Ich schneide vielmehr ein Schnittteil grob aus und klebe dieses dann zusammen. Hier habe ich mit der Passe angefangen, die über die Seiten 9, 10 und 13 geht.

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Für das Zusammenkleben gibt es die unterschiedlichsten Methoden. Für mich  hat es sich bewährt, eine Seite entlang der Markierung abzuschneiden und mit Tesafilm auf der benachbarten Seite festzukleben. Man kann die Seiten auch einfach umfalten (geht schneller), aber ich finde, das wird dann zu dick, vor allem an Kreuzungspunkten. Statt Tesafilm kann man auch Klebstoff verwenden.

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So arbeite ich mich dann weiter vor, bis alle Schnittteile zusammengeklebt sind. Mittlerweile finde ich, es hat etwas Meditatives, und man macht sich schon mal mit den einzelnen Schnittteilen vertraut.

Anpassen der Schnittteile

Bevor ich die Schnittteile exakt ausschneide, mache ich alle Änderungen, von denen ich jetzt schon weiß, dass ich sie benötigen werde. In meinem Fall ist es einmal eine Längenanpassung und zum anderen die Änderung von Größe 2 auf Größe 4 zwischen Taille und Saum. Ich fange mit der Längenänderung an. Im Schnitt sind dafür im Vorder- und Rückenteil Linien eingezeichnet. Ich schneide das Vorderteil entlang dieser Linie auseinander.

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Dann lege ich ein Stück Papier unter und klebe das untere Vorderteil fest. Ich will das Top um 3 cm verlängern, also zeichne ich parallel zu der Verlängern/Kürzen-Linie im Abstand von 3 cm eine Linie auf das Papier. Die vordere Mitte verlängere ich, damit ich weiß, wie ich das obere Vorderteil anlegen muss.

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Dann lege ich das obere Vorderteil entlang der gezeichneten Linien auf und klebe es fest. Als nächstes passe ich die Seitennaht an. Dabei nehme ich gleich die Änderung von Größe 2 auf Größe 4 vor.

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Das Rückenteil ändere ich auf dieselbe Art und Weise. Damit die Seitennaht bei Vorder- und Rückenteil identisch wird, nehme ich das Vorderteil als Vorlage. Die anderen Schnittteile sind von meiner Änderung nicht betroffen.

Für Version A benötigen wir alle Schnittteile, für Version B die Teile 1-3 und 5.

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Zuschneiden

Bevor ich Stoff zuschneide, geht er bei mir immer zuerst in die Waschmaschine. Da muss auch die Seide durch, diese allerdings im Handwaschprogramm mit Seidenwaschmittel.  Man vermeidet so einfach böse Überraschungen. Naturfaserstoffe laufen bekanntlich gerne ein, aber auch andere Stoffe können sich durch das Waschen verändern. Die goldene Regel lautet: Stoffe so vorbehandeln, wie später das fertige Kleidungsstück behandelt werden soll. Und bügeln natürlich nicht vergessen.

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Das Schnittmuster enthält bereits eine Nahtzugabe von 1 cm und eine Saumzugabe von 2 cm. Wer mit diesen Zugaben glücklich ist, kann einfach die Teile auflegen und den Stoff ausschneiden. Wer lieber mit der üblichen Zugabe von 1,5 cm näht, muss dann noch 0,5 cm hinzufügen.

Ich schneide am liebsten mit dem Rollschneider zu. Zum Beschweren des Schnittmusters habe ich mir riesige Unterlegscheiben aus dem Baumarkt gekauft, die halten das Papier an Ort und Stelle.

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Die Mitte sowie andere Markierungen am Rand markiere ich immer mit einem kleinen Schnips.

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Markierungen innerhalb des Schnittes markiere ich mit einem „Tailor’s tack“. Dazu steche ich zuerst mit einer Stecknadel durch das Papier, solange der Schnitt noch aufliegt. Dann stecke ich eine weitere Stecknadel unter dem Papier an die Stelle, an der ich mit der ersten durchgestochen habe. Jetzt kann ich das Papier abnehmen und die Stelle mit Heftfaden markieren.

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Gemusterte Stoffe

Bei Version B werden die Belege der vorderen Mitte nach innen gelegt. Hier kann man bei der Auswahl von gemustertem Stoff darauf achten, dass das Muster durch die Naht nicht unterbrochen wird. Das ist gar nicht so schwer. Zuerst muss schneidet man ein Vorderteil zu und markiert mit Heftfaden die komplette vordere Mitte. Dann kann man den Stoff entlang der Markierung umfalten und auf dem Stoff eine Stelle suchen, an der das Muster dann zusammenpasst.

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Wenn man genau hinsieht, sieht man in dem Bild oben entlang der Falte den Heftfaden. Ich stecke die Falte gut fest und lege an diese Falte nun die vordere Mitte vom Papierschnitt an und habe so die Platzierung für das zweite Vorderteil gefunden.

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Jetzt ist alles zugeschnitten, und beim nächsten Mal geht es weiter mit Nähen!

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Wenn etwas unklar ist, oder ich etwas genauer erklären soll, schreibt es einfach in die Kommentare oder schreibt mir eine email an sewingdreams(at)web(dot)de.

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