Winterkleid

Für dieses Kleid habe ich sehr viel Geduld gebraucht. Letztes Jahr im Februar hatte ich es angefangen in der Hoffnung, es noch vor Ende des Winters fertig zu bekommen. Das ist leider nicht passiert, und als das Wetter wärmer wurde, hatte ich keine Lust mehr, ein warmes Wollkleid zu nähen. So lag das Kleid für ein ganzes Jahr in meiner Nähecke herum. Als ich es vor ein paar Wochen wieder hervorgeholt habe, gab es so viele Probleme, mit denen ich zu kämpfen hatte, dass ich nicht sicher war, ob ich es diesmal fertig bekommen würde. Aber ich habe es geschafft und schon zweimal getragen.

Winterkleid

Winterkleid Winterkleid

Stoff:

Der Stoff ist ein 100% Schurwoll-Jersey von Anita Pavani. Er ist einfach wunderbar, aber auch recht teuer. Daher war ich wenig begeistert, als ich merkte, dass in dem stoff viele kleine Löcher waren, als ich das Kleid wieder hervorholte. Einige Löcher waren klein, andere relativ groß. Es blieb mir nichts anderes übrig, als die Löcher alle zu stopfen. Jemand von Euch schon mal ein Kleid gestopft, bevor es fertig war? Ich habe Fäden von Stoffresten genommen, die ich aufgeröbbelt habe, damit die Stopferie möglichst unaufäälig ist. 12 Löcher habe ich stopfen müssen, und gestern habe ich nochmal zwei gesehen. Lektion gelernt: lass Deine unfertigen Projekte nicht ein Jahr lang in einer Ecke liegen.

Das Kleid ist mit Pongé-Seide gefüttert. Ich mag die Kombination von Wolle und Seide und habe diese Pongé-Seide schon öfter verwendet. Ich habe ihn recht günstig bei buttinette gekauft, und er ist OK. Ich hätte aber lieber eine Seide, die nicht durchsichtig ist.

Es war ein Experiment, einen dehnbaren Oberstoff mit einem festen Futter zu kombinieren. Der Jersey hat sich offensichtlich etwas gedehnt (ich habe das Kleid gefühlte tausendmal an- und ausgezogen, als ich die Ärmel eingesetzt habe). Beim Futtereinnähen musste ich die Abnäher im Rock und die Prinzessnähte im Oberteil etwas auslassen, damit Futter und Kleid zusammenpassten.

Änderungen:

Die Änderungen, die ich am Oberteil gemacht habe, habe ich hier schon beschrieben. Ich habe lange mit den Ärmeln gekämpft. Zuerst habe ich das Armloch etwas enger gemacht, indem ich unten Stoff zugegeben habe, denn das Kleid hob sich, wenn ich die Arme angehoben habe. Dann war ich nicht glücklich mit der Armkugel. Ich hatte gehofft, ich könnte die Mehrweite einbügeln, das hat bei dem Stoff aber nicht funktioniert. Am Ende habe ich 2 cm von der Höhe der Armkugel weggenommen (für das Futer habe ich nur 1 cm weggenommen, um mehr Mehrweite für den nicht dehnbaren Webstoff zu haben).

Technisches:

Ich habe das komplette Kleid auf meiner normalen Nähmaschine genäht. Irgendwie mochte ich meine Overlock nicht verwenden. Die Schulternähte und die Nahtzugaben für den Reißverschluss sind mit Streifen von Seidenorganza verstärkt. 

WinterkleidAlle Nahtzugaben sind mit Hexenstich festgenäht. Dies ging nur, weil der Stoff relativ dick ist. Ich musste trotzdem sehr darauf achten, immer nur einen Faden zu erwischen, damit die Stiche auf der rechten Seite nicht zu sehen sind. 

Winterkleid

Den Reißverschluss habe ich in die Seitennaht gelegt. Das habe ich zum ersten Mal ausprobiert. Es ist ganz schön, weil der Reißverschluss dann wirklich kaum auffällt und ich ihn alleine auf und zu bekomme. Ich finde es aber schwieriger, das Kleid anzuziehen. Von daher bin ich nicht sicher, ob ich das beim nächsten Mal wieder so machen werde. Zuerst habe ich den Reißverschluss von Hand mit Übertritt genäht, das war aber viel zu dick, so dass ich ich alles wieder aufgetrennt und dann einen nahtverdeckten Reißverschluss eingenäht habe. Das gefällt mir viel besser!

Das Ärmelfutter ist im schrägen Fadenlauf zugeschnitten. Anscheinend hatte ich, als ich letztes Jahr das Futter zugeschnitten habe, nicht genug Stoff, denn die Ärmel waren viel zu kurz. Also habe ich sie mit ein paar Stoffresten verlängert. Durch den schrägen Fadenlauf sind die Nähte etwas wellig geworden, aber das sieht kein Mensch.

Um das Kleid etwas aufzupeppen habe ich noch ein schwarzes Band in taillenhöhe aufgenäht und eine kleine Schleife für den Ausschnitt gemacht. Ich habe diese Idee aus Gerties Buch „Ultimate dress book“ geklaut. So einfach, aber macht ein einfaches Kleid direkt viel weniger langweilig.

Fazit:

Keine Frage, das Kleid ist super bequem und ich kann damit sogar Fahrrad fahren. Trotzdem bin ich etwas unschlüssig, ob ich es nicht doch etwas enger hätte nähen sollen. Für ein Witerkleid wäre es auch besser gewewsen, wenn der hintere Halsausschnitt höher wäre. Alles in allem bin ich aber einfach froh, dass dieses Langzeitprojekt endlich fertig ist und mich juckt es in den Fingern, das Oberteil direkt für ein nächstes Kleid zu testen, diesmal dann vielleicht mit einem Tellerrock?

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365 Challenge January komplett!

Irgendwie habe ich es tatsächlich geschafft, den Januar bei der 365 challenge durchzuhalten und habe nun alle 31 Blöcke fertig! Manchmal habe ich einen Block pro Tag genäht, aber oft musste ich auch am Wochenende nachholen. Und oft habe ich nur versucht, einfach schnell fertig zu werden, ohne das Nähen zu genießen. Dann habe ich am Freitag einen Anruf erhalten, der mich nachdenklich gemacht hat. Es war die Praxis von meiner Frauenärztin. Ich hatte einen Termin für nächste Woche, und sie mussten ihn absagen, weil meine Frauenärztin verstorben ist. Sie hatte einen Schlaganfall. Ich war regelrecht schockiert und wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Ich glaube, sie war ungefähr in meinem Alter, und ich war die letzten zehn Jahre ein -bis zweimal im Jahr bei ihr für die Vorsorgeuntersuchungen.

Als mein Vater vor zwei Jahren starb, wurde es mir schmerzlich bewußt, dass unsere Zeit begrenzt ist und ich versuche seit einiger Zeit, meine Tage bewußter zu verleben. Letztes Sylvester habe ich das vergangene Jahr an mir vorüberziehen lassen, aber da war nicht viel, außer unseren Urlauben, an dass ich mich erinnert habe. Jetzt fragen mein Freund und ich uns öfter mal abends „Was war das Schönste heute an Deinem Tag?“. Oft genug finde ich es schwierig, darauf zu antworten, weil der Tag an einem nur so vorbei geflogen ist. Aber an anderen Tagen ist es schön, sich an den Vollmond, den Schornsteinfeger, einen wunderschönen Sonnenaufgang oder all die anderen kleinen Momente, die einen glücklich machen, zu erinnern.

Nach diesem Anruf habe ich beschlossen zu versuchen, diese besonderen Momente mit den täglichen Blocks zu verbinden und die Nähzeit als Gelegenheit zu nutzen, den vergangenen Tag Revue passieren zu lassen und dankbar dafür zu sein, dass ich ihn erleben durfte. Und vielleicht habe ich nächstes Sylvester mehr Erinnerungen an dieses Jahr.

Die Blöcke haben sehr einfach angefangen, was für einen Anfänger wie mich sehr gut war. Und ich war ehrlich erstaunt, wieviel Spaß es macht, Streifen zu schneiden, zusammenzunähen, wieder auseinander zu schneiden, nur um sie anders zusammenzunähen. Ich mag diesen Aspekt sehr gerne, wie man verschiedene geometrische Muster erschaffen kann, nur indem man dieselben Grundteile anders zusammensetzt. Hier sind nun meine Blöcke vom Januar:

2017-01-01 2017-01-02 2017-01-03 2017-01-04 2017-01-05 2017-01-06 2017-01-07 2017-01-08 2017-01-09 2017-01-10 2017-01-11 2017-01-12 2017-01-13 2017-01-14 2017-01-15 2017-01-16 2017-01-17 2017-01-18 2017-01-19 2017-01-20 2017-01-21 2017-01-22 2017-01-23 2017-01-24 2017-01-25 2017-01-26 2017-01-27 2017-01-28 2017-01-29 2017-01-30 2017-01-31

6. Januar „Neujahrs-Event“ von unserer Firma (Eisstockschießen bei – 10°, aber hat Spaß gemacht) 

10. Januar Eröffnung von meinem Shop

11. Januar Das erste Schnittmuster verkauft

12. Januar Schornsteinfeger (er sah einfach so drollig aus in seiner traditionellen Kluft, dass ich lachen musste, als ich ihm die Tür aufmachte)

28. Januar Mein Winterkleid fertig

Was ich gelernt habe:

  • es gibt selbstklebende Linealstopper, die das Verrutschen des Lineals auf dem Stoff verhindern, wenn man mit dem Rollschneider zuschneidet.
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Paro Cardigan von Itch to Stitch

Mein erstes Kleidungsstück dieses Jahr ist der neue Schnitt von Itch-to-Stitch, der Paro Cardigan. Es war Liebe auf den ersten Blick, und umso glücklicher war ich, dass ich beim Testen dabei sein durfte. Der Cardigan ist schön lang und hat einen femininen Look.

Paro CardiganParo CardiganParo CardiganParo Cardigan

Stoff:

Ich habe einen leichten Strickstoff verwendet, den ich vor einigen Jahren bei Stoffhandel Gädtke in Hamburg gekauft habe. Es ist ein Baumwollstoff, und ich glaube, da ist auch etwas Poly drin, da bin ich mir aber nicht mehr sicher. Er hat eine sehr schöne Textur und fällt schön. Für die Blende habe ich Bio-Jersey von Stoffe.de genommen, der auch noch in meinem Vorrat lag. Er ist eine Spur dunkler als der Strickstoff, was dem Ganzen etwas mehr Kontrast gibt. 

Änderungen:

Ich habe meine übliche Größe zugeschnitten: Größe 2, ab Taille in Größe 4 übergehend. Ich hatte zuerst überlegt, den Cardigan eine Größe größer zuzuschneiden, damit er in den Schultern nicht zu schmal wird (das Problem habe ich öfter mit Itch-toStitch Schnittmustern).  Der Paro Cardigan ist allerdings dafür gedacht, über anderer Kleidung getragen zu werden. Daher habe ich es bei meiner üblichen Größe belassen, und er ist genau richtig so wie er ist. 

Ich habe eine „small bust alteration“ gemacht, denn nachdem ich alles zusammengeheftet hatte, hatte ich zuviel Stoff über der Brust. Der Schnitt hat keine unterschiedlichen Körbchengrößen, daher ist das eine übliche Änderung für mich.  

Technisches:

Die Anleitung ist wie immer sehr gut und detailliert. Eigentlich wollte ich alle Nähte mit meiner Overlock nähen, aber dann habe ich mich plötzlich dazu entschieden, eine Hong Kong-Einfassung zu machen. Kennis hat dies als Option in ihrer Anleitung, und als gewissenhafter Tester habe ich also auch diese Einfassung getestet….Das hat mich natürlich etwas in Zeitnot gebracht, vor allem, weil ich auch den Saum zuerst so eingefasst habe. Das musste ich aber alles wieder auftrennen, weil es zu steif war und der Stoff dann nicht mehr schön fiel. Stattdessen habe ich den Saum gecovert. Hier ist ein Blick ins Innere:

Paro Cardigan

Ich habe ein klein wenig die Reihenfolge beim Zusammennähen geändert. Zum einen habe ich das Taillenband gedoppelt. Der Jersey ist relativ dünn, und ich fand es eine gute Idee, hier etwas mehr Stabilität zu haben. Außerdem gab mir das die Möglichkeit einer sauberen Innenverarbeitung. Immer ein Plus! Ich hab versucht, die „Burrito-Methode“ zu verwenden (dieselbe Methode, mit der man eine Hemdenpasse näht), aber es war einfach unmöglich, den kompletten Cardigan zwischen die beiden Taillenbänder zu kriegen. Also habe ich die Innenseite per Hand festgenäht.

Zum anderen habe ich den Saum genäht, bevor ich die Blende angenäht habe. Die habe ich auch nicht in einem, sondern in zwei Schritten angenäht: erst die äußere Blende an den Cardigan, dann die Nahtzugabe von der inneren Blende nach innen umgefaltet und von Hand angenäht. Ich hatte versucht, im Nahtschatten zu nähen, aber das ist etwas, was sich einfach meinen Fähigkeiten entzieht. Es wird auf der Innenseite einfach nicht gut. Nachdem ich die Bilder gemacht hatte, habe ich alles wieder aufgetrennt und per Hand angenäht. Das klappt halt immer

Paro Cardigan

In meinem Vorrat habe ich dann noch einen passenden Knopf gefunden. Vor Jahren habe ich mal eine Kiste voller Knöpfe von meiner Oma geerbt, und oft denke ich, dass ich da nie was von brauchen kann, weil da viele einzelne Knöpfe drin sind. Und meist braucht man ja mehr als nur einen Knopf. Aber hierfür war dieser eine Knopf geradezu perfekt. Die Naht auf dem Knopf hat dieselbe Farbe wie mein Stoff. Etwas besseres hätte ich gar nicht finden können. 

Paro Cardigan

Fazit:

Ich werde sicherlich noch mehr Paro Cardigans nähen. Der Schnitt ist sehr vielfältig. Schaut Euch mal die Versionen von den anderen Testern an, da gibt es viel Inspiration. Man sollte nur darauf achten,dass der Stoff gut fällt und nicht zu dick ist, sonst wird es mit den Falten schwierig. Leider ist es im Moment zu kalt, um meinen Paro zu tragen, deshalb brauche ich unbedingt noch eine Version für den Winter. Ich habe auch schon einen Stoff im Blick.

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Shop Eröffnung

Es ist endlich soweit, heute eröffne ich meinen Shop, in dem Ihr ab sofort Übersetzungen von englischsprachigen Schnittmustern erhalten könnt. Ihr findet den Link zu meinem Shop oben rechts in der Menü-Leiste.

Heute möchte ich Euch den Schnitt „Hepburn Turtleneck“ von Itch to Stitch vorstellen. Jetzt, wo der Winter wiederkommt, ist genau der richtige Zeitpunkt für einen kuscheligen Rollkragenpullover, der fix zu nähen  und vielseitig kombinierbar ist.

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Der Pullover kommt mit zwei verschiedenen Ärmellängen, und je nach Version und Größe benötigt man 1.10 bis 1.40 m Stoff.

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Lasst euch nicht von den Größen abschrecken. Diese entsprechen ungefähr den Größen 34 bis 52. Für die richtige Größenauswahl solltet Ihr Euch nach der Maßtabelle richten, die bei den Schnitten von Itch-to Stitch sehr gut ist. Zusätzlich gibt es immer noch eine Tabelle mit den Abmessungen des fertigen Kleidungsstückes, die man auch noch hinzuziehen kann.

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Ich habe meine „Hepburn“ aus einem Merino-Jersey genäht, und ich zieh im Moment gar nichts anderes mehr an.

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Natürlich geht dies alles nicht ohne Hilfe, und ich habe ein par wundervolle Korrekturleserinnen und Probenäherinnen gefunden. Mein Dank geht an:

Und hier sind ein paar erste Eindrücke:

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Mehr und ausführlicher könnt Ihr die Werke auf der Blogtour bewundern:

Mittwoch, 11. Januar sewSloppy

Donnerstag, 12.Januar ChriBi

Freitag, 13. Januar Brülläffchen

Samstag, 14. Januar Tuch und Faden

Sonntag, 15. Januar LaMona

Montag, 16. Januar Epilele Unikat

„Hepburn Turtleneck“ ist während der Blogtour um 20% reduziert!

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Mein Nähjahr 2016

Ich wünsche Euch allen ein Frohes Neues Jahr!

Ich mag Jahresanfänge immer. Es ist eine Gelegenheit, über das vergangene Jahr nachzudenken und frisch in das neue Jahr zu starten. Generell mag ich Anfänge: ich bin immer ganz erwartungsvoll und optimistisch und kann etwas neues mit den besten Intentionen beginnen. Es ist wirklich, wie Hermann Hesse sagt: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne„.

Um das beste aus dem neuen Jahr zu machen, ist es gut, auf das alte zurückzuschauen und aus den Erfahrungen zu lernen. Hier sind ein paar Zahlen: 2016 habe ich 17 Kleidungsstücke genäht (Wäsche-Sets zählen als 1 Teil), ein paar kleine Eulen und ein Paar fingerlose Handschuhe gestrickt. Dies ist ungefähr die Hälfte von dem, was ich 2015 gemacht habe. War 2016 für mich deshalb nicht erfolgreich? Nein! Denn ich denke Erfolg ist nicht allein von Zahlen abhängig. Fast alles, was ich gemacht habe, ist ein Lieblingsstück geworden. Dies ist für mich mein persönlicher Erfolg. Daher war es auch gar nicht so einfach, 5 „Top makes“ des Jahres auszusuchen, aber hier sind sie:

Von links nach rechts (links in den Bildern):

Der Rock Butterick 6285 ist das Stück, auf das ich am meisten stolz bin. Ich habe alle Couture-Techniken, die mir eingefallen sind, angewendet und hatte viel Spaß sowohl beim Nähen als auch beim Tragen. Auch wenn es etwas aufwändiger ist, machen mich solche Projekte zufriedener als ein Jersey-Top, das in 1h genäht ist.

Das Bonn Shirt ist einfach schön zu tragen und ich plane bereits, mehr davon zu nähen.

Die fingerlosen Handschuhe habe ich sehr oft getragen. Leider habe ich sie kurz vor Weihnachten verloren, aber ich habe bereits neue mit der gleichen Wolle angefangen. 

Dies Wäscheset trage ich am meisten, und zwar sobald es aus der Wäsche kommt. Ich muss noch mehr BHs von meinem selbstkonstruierten sChnitt nähen, der Sitz ist einfach viel besser als bei meinen anderen. 

Ich liebe beide Versionen des Vienna Tank Top, die ich gemacht habe, und habe sie oft während des Sommers getragen, die schwarze Version im Büro und die graue zu Hause.  

Nun zu den Teilen, die ich entweder nur selten getragen habe, oder die verbesserungswürdig sind:

Von links nach rechts (links in den Bildern):

Ich mag den Stil von der ITS Zamoura Bluse, aber ich mag die Testversion, die ich genäht habe, nicht besonders. Der Stoff war nicht die beste Wahl und beim nächsten Mal würde ich den V-Ausschnitt etwas höher machen.

Das Style Arc Posh Top habe ich zu Hause getragen. Es ist ganz gut für heiße Sommertage, aber sowohl Stil als auch Stoff sind nicht ganz meins. 

Meine abgeänderten BHs habe ich hauptsächlich genäht, um neue Techniken auszuprobieren. Daher haben sie ihren Zweck voll erfüllt, auch wenn ich sie nicht oft trage. 

Ich habe einen BH ohne Unterbrustband genäht, der ganz niedlich, aber vom Stil nicht für mich geeignet ist. Es ist einfach nichts da, um ihn an Ort und Stelle zu halten, wenn ich die Arme hebe.

Ich trage die Ginger Jeans trotz ihrer Fehler sehr häufig. Ich hoffe, dass ich eines Tage mal meine ganzen Passformprobleme, die ich bei Hosen habe, lösen kann.

Für 2017 habe ich keine konkreten Ziele, was das Nähen betrifft, aber ich möchte an folgenden Punkten arbeiten:

So viele wie möglich von meinen UFOs beenden

Ich habe eine Menge UFOs (unfinished objects) herumliegen. Das ist ziemlich blöd, denn es steckt eine Menge Geld und Zeit darin, aber am Ende habe ich gar nichts davon. Außerdem nehmen sie viel Platz weg und belasten mich mental. Einige sind schon 10 Jahre alt, andere erst ein paar Monate. Die meisten sind nicht fertig geworden, weil es irgendwelche Passformprobleme gab. 

Mich durch einige von meinen Craftsy Kursen durcharbeiten

Ich bin schon fast Craftsy-süchtig geworden. Letztens habe ich entsetzt festgestellt, dass ich bereits über 40 Kurse habe. Ich möchte mich zumindest durch einen von Suzy Furrers Schnittkonstruktionskursen arbeiten. Ich hoffe, dadurch werde ich einige meine Passformprobleme besser verstehen.

An der 365 Challenge teilnehmen

Ich habe diese Challenge  Ende letzten Jahres entdeckt. Man näht jeden Tag einen Block und hat dann am Jahresende einen Quilt. Ich bin sicher, dass ich das nicht durchhalten werde. Aber ich glaube, es hilft mir, beim Nähen präziser zu werden. Und vielleicht hilft es mir auch, einige von meinen Stoffresten aufzubrauchen.

Sportkleidung nähen

Ich habe vor einigen Monaten mit Yoga angefangen, und bin begeistert bei der Sache. Ein guter Grund, um meine uralten Sportklamotten durch neue zu ersetzen. 

Dazu habe ich noch viele weitere Punkte wie „mehr Kleider nähen“, „Stoffvorrat aufbrauchen“, „meinen Stil finden“ usw. im Kopf.  Weil dies aber alles viel zu viel ist, um es realistisch zu erreichen, sehe ich alles vielmehr als Wegweiser und nicht als Ziele an 🙂

Es gibt allerdings ein Ziel, das ich habe:

Mein Geschäft aufbauen

Dies wird für mich die größte Herausforderung für 2017 werden. Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, habe ich angefangen, Schnittmuster von Itch to Stitch ins Deutsche zu übersetzen und werde in einigen Tagen meinen Shop eröffnen. Dies ist alles so neu für mich und benötigt auch viel Zeit. Manchmal habe ich echt Angst vor der eigenen Courage und fühle mich überfordert. Ich versuche dann, einen kleinen sChritt nach dem anderen zu machen, und bisher hat auch alles ganz gut geklappt, nicht zuletzt auch durch die Unterstützung, die ich von Kennis habe (Vielen Dank!).

Es ist ja oft so, wenn Blogger anfangen, mit ihrem Blog Geld zu verdienen, dass der Blog dann viel von dem persönlichen Inhalt verliert und ein reines Werbewerkzeug wird. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich das vermeiden kann und mein Blog so bleiben wird, wie er jetzt ist.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die meinen kleinen Blog lesen und freue mich auf ein weiteres Jahr mit Euch!

Habt Ihr Ziele für Euer Nähjahr? Seid ihr wie ich und habt immer viel zu viele Ideen im Kopf?

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Bluse Burdastyle 09/2011 #128

Ich hoffe, Ihr habt alle wunderschöne Feiertage gehabt und könnt jetzt noch die letzten Tage vom Jahr genießen. Hier ist noch ein letztes Teil, das ich 2016 genäht habe, und das ich unbedingt noch vorstellen möchte.

Ich habe diese kleine Bluse schon im Sommer fertiggestellt, aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen, Bilder zu machen. Und dann hatte ich irgendwann völlig vergessen, dass ich noch gar keinen Post geschrieben habe. Aber dies Schnittmuster verdient es wirklich, gezeigt zu werden. Da ich nicht so tapfer bin wie Fleurine und mir absolut nicht danach war, eine Sommerbluse im Winter draußen zu fotografieren, gibt es nur Bilder auf meiner Schneiderpuppe. Hier ist ein Bild aus dem Burda-Heft, damit Ihr seht, wie die Bluse angezogen aussieht:

Burda Bluse

Die Bluse ist leger geschnitten ohne Abnäher mit einem kleinen Kragen, der in das Vorderteil übergeht.

Burda Bluse

Burda Bluse

Stoff:

Ich hatte noch Reste von meiner Style Arc Sissy Bluse. Der Stoff ist ein durchsichtiger Baumwollbatist mit einer hübschen Struktur. Ich hatte die Teile ausgeschnitten schon ein Jahr bei mir herumliegen, bevor ich sie endlich im Sommer mit in unseren Schwedenurlaub nahm. Dort habe ich dann bei allen Teilen die Nahtlinien mit Heftfaden markiert. 

Änderungen:

Ich habe Größe 36 ausgeschnitten und nur wenige Änderungen gemacht:

  • 1 cm zur Schulternaht des Rückenteils an der Seite zugegeben und zum Halsausschnitt hin auslaufen lassen
  • ca. 10 cm vom Saum gekürzt

In der Beschreibung vom Schnitt steht, dass er extra lang ist, damit man die Bluse gut eingesteckt tragen kann. Für meinen Geschmack war sie mir aber viel zu lang. Also habe ich sie mit meinen anderen Blusen verglichen und dann ein gutes Stück in der Länge gekürzt. 

Technisches:

Die Seiten habe ich mit französischen Nähten genäht. Armausschnitte und Schulternaht sind mit Schrägband eingefasst. Was mir bei diesem Schnitt wirklich sehr gut gefallen hat ist die Konstruktion des Kragens. Zuerst wird der Kragen an das Rückenteil genäht. Dann erst werden die Schulternähte geschlossen. Der Kragen wird dann so um das Vorderteil gelegt, dass alle offenen Kanten sauber eingeschlossen werden. Es hat sich bei Nähen fast magisch angefühlt.

Die Falten habe ich einige cm abgesteppt, damit sie flacher liegen. Bei einem weicher fallenden Stoff ist dies aber sicherlich kein Problem.

Burda Bluse

Das unterste Knopfloch ist horizontal eingenäht, damit der Knopf beim Tragen nicht von alleine aufgeht. 

Burda Bluse

Hier ist die linke Seite zu sehen:

Burda Bluse

Fazit:

Ich habe die kleine Bluse schon sehr oft getragen. Zusammen mit einem Bleistiftrock habe ich mich auch während der heißen Sommertage immer gut angezogen gefühlt.

Dieser Schnitt ist wirklich ein Kleinod mit dieser cleveren Methode für den Kragen. Ich hatte beim Nähen so viel Spaß und werde den Schnitt sicher auch mal mit einem Seidenstoff ausprobieren.

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Tutorial: Verlängern einer Saumzugabe am Ärmel

Letzes Jahr hatte ich ein Wollkleid angefangen, aber dann kam der Frühling bevor es fertig war, und ich hatte keine Lust mehr auf warme Winterkleider. Jetzt habe ich es wieder hervorgeholt, und vielleicht wird es ja fertig, bevor der Winter vorbei ist.

Als ich jetzt die Ärmel auf die richtige Länge gebracht habe, blieb mir nur noch eine kleine Saumzugabe. Diese Saumzugabe ist viel zu kurz, um später das Futter ordentlich mit Bewegungsfalte einzunähen. Ich habe mich daran erinnert, das Susan Khalje in ihrer Craftsy Klasse „The couture dress“ erklärt, was in einem solchen Fall zu tun ist. Und hier ist, wie ich es gemacht habe:

  1. Saumzugabe mit Hexenstich befestigen 

Tutorial Ärmelsaum

2. Schrägstreifen aus Futterstoff zuschneiden, ca. 7,5 cm breit und lang genug, dass er um den Ärmel passt und die Enden überlappen. Eine lange Seite umfalten und bügeln. 

Tutorial Ärmelsaum

3. Streifen mit der umgefalteten Seite über dem Saum feststecken. Die offene Kante liegt dabei innen. 

Tutorial Ärmelsaum

4. Streifen mit Überwendlingstich (fell stitch) auf der Saumzugabe festnähen

Tutorial Ärmelsaum

5. Die Enden überlappen und die offenen Kanten nach innen falten 

Tutorial Ärmelsaum

6. Ebenfalls mit Überwendlingstichen festnähen

Tutorial Ärmelsaum

7. Offene Kante des Streifen mit Hexenstichen am Ärmel befestigen

Tutorial Ärmelsaum

8. Fertig! Jetzt ist genug Platz, um den Futterärmel ordentlich einzunähen. 

Tutorial ÄrmelsaumIch hoffe, dies kleine Tutorial ist hilfreich für Euch. Ich denke, man kann diese Technik ebenso für den Saum eines Rockes oder Kleides anwenden.

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Ginger Jeans von Closet Case File

Wenn ich schlecht gelaunt oder unglücklich bin tendiere ich dazu, Stoff, Schnittmuster oder Nähbücher zu kaufen. Es ist, als würde ich in eine andere Welt abtauchen und oft genug kommt es mir beim Kauf von einem Schnittmuster so vor, als hätte ich schon das fertige Kleidungsstück. Klingt albern, ich weiß, aber passiert sehr oft. So bin ich auch zu dem Ginger Jeans Schnittmuster gekommen. Ich brauche dringend neue Jeans. Meine Liana Stretch Jeans mag ich sehr gerne, aber die Farbe ist schwer zu kombinieren und der Bund sitzt für meinen Geschmack etwas zu hoch. Der Stoff, den ich für die Liana Jeans verwendet habe, leiert schon nach ein paar Minuten Tragezeit dermaßen aus, dass es schwierig ist, die Passform zu beurteilen. Daher habe ich mich dagegen entschieden, die Liana Stretch Jeans zu verändern und stattdessen einen neuen Schnitt ausprobiert und von einer perfekt sitzenden Blue Jeans geträumt.

Hier ist nun meine Ginger Jenas, nicht blau und auch kein perfekter Sitz, aber eine echte Jeans! Ich habe View A mit niedrigem Bund und geradem Bein genäht.

Ginger Jeans

Stoff:

Der Jeansstoff ist von stoffe.de und war im Angebot. Leider gab es nur schwarzen Stoff, aber da er günstig war, sollte es für eine erste Testversion ausreichen. Der Stoff hat 2% Elasthan-Anteil. Er ist ein bisschen steif, aber er hält die Form über Tage und leiert nicht aus. Für das Taschenfutter und den inneren Bund habe ich Baumwollreste verwendet, die ich noch rumliegen hatte. Mir gefällt der Kontrast zwischen dem orangen Blumenmuster und dem schwarzen Denim.

Ginger Jeans

Änderungen:

Ich weiß nicht, wie oft ich auf Blogs gelesen habe „Ich habe die Ginger Jeans ohne Änderungen genäht, und sie passen perfekt“. Ich gehöre leider nicht dazu. Meine bisherigen Erfahrungen mit Hosen waren nicht die besten, daher bin ich davon ausgegangen, dass ich den Schnitt würde anpassen müssen. Im Oktober hatte ich eine Woche frei, und die habe ich genutzt, um die Ginger Jeans zu nähen. Ich habe drei komplette Tage nur mit Anpassungen verbracht! Und es gibt immer noch Verbesserungsbedarf. Vielleicht passen mir amerikanische Schnittmuster einfach nicht? Aber Kaufhosen passen mir auch nicht….

Ginger Jeans

Ich habe großzügige Nahtzugaben angeschnitten, damit ich genug Spiel für Änderungen haben würde. Zugeschnitten habe ich Größe 10, entsprechend meines Hüftumfanges. Dies sind meine Änderungen:

  • Seitennähte und innere Beinnaht ca. 1.5 cm enger gemacht und zum Knie hin auslaufen gelassen 
  • Bein unterhalb des Knies um 2 cm gekürzt (ich musste dies am Ende aber wieder zugeben) 
  • 0.5 cm zur Seitennaht unterhalb des Knies zugegeben
  • 3cm unterhalb des Pos entfernt und dieselbe Länge unten am Bein wieder zugefügt 
  • Hohlkreuzanpassung (je 1cm in Länge und Weite an der hinteren Mittelnaht weggenommen, zur Seite hin auslaufen lassen)
  • hintere Schrittnaht 1 cm vertieft
  • 3cm an der vorderen Schrittnaht weggenommen und zu den Seiten hin auslaufen gelassen um überflüssigen Stoff wegzunehmen
  • Taillenbund geformt

Ginger Jeans

Es waren immer noch Falten um das Knie herum, aber als ich bei diesem Punkt angekommen war, hatte ich beschlossen, die Hose erstmal fertig zu nähen und Probezutragen, um dann zu sehen, welche weiteren Änderungen noch notwendig wären. Es ist ja immer ein großer Unterschied, ob man still vor dem spiegel steht oder ein Kleidungsstück wirklich mal einen Tag lang trägt. Alles in allem ist die Jeans tragbar, bequem und sitz ganz passabel (bis auf den vorderen Schritt). Folgende Punkte müssen noch behoben werden:

  • der Taillenbund muss noch mehr geformt werden
  • Falten ums Knie
  • es ist immer noch zu viel Stoff vorne

Ich habe außerdem festgestellt, dass der Punkt, an dem sich alle Nähte im Schritt treffen, nach vorne verschoben ist. Daher vermute ich, dass mein Ansatz, um das Zuviel an Stoff vorne wegzumachen, nicht der richtige war. Bei meiner nächsten Version würde ich versuchen die Nähte an die richtige Stelle zu bringen, indem ich die vordere Schrittnaht verlängere und die hintere um dieselbe Länge kürze.

Ich gebe zu, ich bin etwas frustriert, dass ich immer noch keine Lösung gefunden habe, diesen überflüssigen Stoff vorne wegzumachen. Ich habe dieses Problem bisher bei allen Hosenschnitten, aber ich finde hierzu keine Beschreibung in meinen Büchern oder Craftsy-Kursen. Zuerst hatte ich die Form der vorderen Schnittkurve gerader gemacht, so dass sie mehr wie ein J aussah. Dann war es aber zu eng und ich musste es wieder rückgängig machen, und sofort war da wieder dieser Stoff.

Beim Hosenanpassen habe ich oft das Gefühl, ich mache eine Änderung, um ein Problem zu lösen, dann eine andere, um ein anderes Problem zu lösen, und das macht die erste Änderung wieder rückgängig. Das macht den ganzen Prozess irgendwie ineffektiv.

Ginger Jeans

Technisches:

Ich habe in die Anleitung kaum reingeschaut, dafür aber bei dem Sew Along von Heather. Da dies eine Testversion ist, habe ich die Konstruktion einfach gehalten und keine Kappnähte gemacht. Die Nahtzugaben sind mit der Overlock versäubert. Zum Absteppen habe ich mein normales Nähgarn doppelt genommen. Der Saum war etwas kurz, deshalb habe ich ihn nicht doppelt nach innen gefaltet, sondern einen beleg angenäht. Dadurch konnte ich so viel Länge wie möglich noch herausholen.

Ginger Jeans

Fazit:

Ich bin hin- und hergerissen, ob ich meine Ginger Jeans mag oder nicht. Teilweise liegt es am Stoff, der so steif ist (aber das ist noch ok, der Stoff war billig, und es ist eine Testversion), und teilweise wegen der Anpassungsprobleme. Es sind immer noch so viele Falten überall. Und ich bin ein bisschen hilflos, weil ich nicht weiß, wie ich es verbessern kann. Vielleicht sollte ich doch wieder zur Liana Jeans übergehen und dort den Bund niedriger setzen.

verlinkt bei: After Work Sewing, Me Made Mittwoch

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Probenäher gesucht: Hepburn Turtleneck von Itch to Stitch – Deutsche Übersetzung

Ich habe aufregende Neuigkeiten! Ich habe mich mit Kennis von Itch to Stitch zusammengetan und angefangen, ihre Schnittmuster ins Deutsche zu übersetzen. Das erste war der „Lisbon Cardigan“, der z.Zt. über Näh-Connection erhältlich ist. Jetzt habe ich die Übersetzung vom „Hepburn Turtleneck“ fertig und suche Probenäher, die die Übersetzung Korrekturlesen und auch das Schnittmuster nähen möchten.

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Die vollständige Beschreibung des Schnittmusters inklusive Angaben zum Material findet ihr hier.

Anforderungen:

  • Du bist Muttersprachler oder sprichst fließend deutsch und hast ein gutes Sprachgefühl
  • Dir gefällt das Schnittmuster und du möchtest es so nähen wie es ist
  • Du hast genug Zeit, um mir bis zum 5. Dezember sowohl Korrekturen als auch Bilder vom fertigen Kleidungsstück zu schicken
  • Optimalerweise hast du einen Blog oder Facebook-Seite, um Dein Hepburn Turtleneck später zeigen zu können und an der Blogtour teilzunehmen.

Zeitplan:

Ich plane, mit dem Testen am Freitag, 25. November zu starten und würde gerne die Korrekturen sowie Bilder vom Hepburn Turtleneck (am Model) bis Montag, den 5. Dezember erhalten.

Ablauf:

Ihr werdet in eine Facebookgruppe eingeladen, in der wir die Übersetzung besprechen und Bilder vom Pulli zeigen können.  Als Gegenleistung für Eure Mühe, erhaltet Ihr eine Kopie des fertigen deutschen Schnittmusters.

Interesse geweckt?

Dann hinterlasse einen Kommentar oder schreib mir eine email an sewingdreams (at) web (dot) de mit Betreff „Hepburn“. 

Edit: Wem die Timeline zu eng sind, keine Sorge, die kann auch etwas verlängert werden. 

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Wäsche-Set aus Bambus Jersey

Ich habe ein Wäsche-Set aus Resten von Bambus-Jersey genäht. Das Set besteht aus einem BH, zwei Slips und 2 Unterhemden. 

Wäsche-Set

Der BH:

Das Schnittmuster für den BH ist selbst konstruiert. Ich hatte im Juli an einem Schnittmusterkonstruktionskurs teilgenommen, und dies ist das Ergebnis. Der Kurs ging über drei Tage und war vollgepackt mit Konstruieren und Nähen. Es gab sehr viele Informationen. Ich bin nicht sicher, ob ich nochmal einen BH von Grund auf konstruieren kann, aber jetzt habe ich ein Schnittmuster, das wirklich gut sitzt, und mehr wollte ich auch gar nicht. 

Wäsche-Set

Wäsche-Set

Ich habe die Körbchen mit Laminat gefüttert, da ich diese BHs am liebsten trage. Wie man auf dem Bild sehen kann, ist das Unterkörbchen im Vergleich zum Oberkörbchen relativ groß. Jetzt ist die Naht aber endlich genau über dem Brustpunkt. Bei meinem letzten BH hatte ich versucht, das hinzukriegen, aber es hatte nicht wirklich geklappt. Das Band hat hinten jetzt einen Winkel nach unten. Dies ist bei der Konstruktion so entstanden und offensichtlich aufgrund meines breiten Rückens. Ich habe den Ausschnitt vorne leicht abgerundet, was mir sehr gut gefällt. Das einzige, was ich beim nächsten Mal ändern werde, ist der Winkel der Trägeransätze. Man sieht es nicht unbedingt auf den Bildern, aber sie zeigen nach außen.

Wäsche-Set

Die Körbchen sind innen mit dem Jersey abgefüttert nach meiner üblichen Methode. 

Wäsche-Set

Der BH ist schon einige Wochen „alt“ und sofort mein Lieblings-BH geworden. Für die kalte Jahreszeit ist er richtig schön warm und kuschelig. Und, was natürlich viel wichtiger ist, er passt perfekt, weder zu eng noch zu weit und alles ist genau dort, wo es hingehört.

Die Slips:

Über die Slips gibt es nicht viel zu sagen. Es sind wieder die Watson Bikinis von Cloth Habit geworden. Ich mag einfach kein anderes Schnittmuster ausprobieren, wenn mir dieses so gut passt. Ich habe ein paar Spitzenreste aufgenäht, damit der Slip nicht ganz so langweilig ist. Da der Stoff sehr dehnbar ist, habe ich an den Seitennähten jeweils 1 cm weggenommen. Normalerweise mache ich die Gummis 15-10% kürzer als der Ausschnitt, in den sie kommen. Diesmal habe ich das Taillengummi 15% kürzer, und die Gummis für den Beinausschnitt nur 10% kürzer gemacht, damit das Gummi nicht einschneidet. Die Beinausschnitte sind perfekt geworden, das Taillengummi ist eng, aber noch ok.

Wäsche-Set

Das Unterhemd:

Für das Unterhemd habe ich meinen anderen  gut bewährten Schnitt benutzt, Butterick 6031, den ich schon einige Male genäht habe (hier und hier). Ich hatte passende Spitze für den Stoff bestellt, aber ich hab überhaupt nicht nachgedacht, wieviel ich brauchen würde und nur 1m bestellt. Das war gerade genug für den Streifen unterhalb der Brust. Andererseits wäre die Spitze für den Ausschnitt und den Saum auch zu breit gewesen. Mir gefällt das Ergebnis, einfach, aber doch elegant.

Wäsche-Set

Wäsche-Sett

Fazit:

Ich ziehe dieses Wäsche-Set an, sobald es aus der Waschmaschine kommt. Es ist wirklich gelungen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht wirklich gerne Wäsche nähe. Ich kenne viele, die einmal angefangen haben und nicht mehr aufhören können. Da gehöre ich nicht dazu. Ich hasse es einfach, die Gummis anzunähen und kämpfe immer damit, es ohne Falten hinzubekommen (und wie man sieht, nicht immer erfolgreich). Nicht dass Ihr mich falsch versteht, ich mag das Endergebnis, aber ich mag nicht den Weg dahin. Ganz anders geht es mir bei Webstoffen, da liebe ich das Nähen jeder einzelnen Naht.

Mittlerweile habe ich jetzt genug Unterwäsche, dass ich mein BH-Projekt für beendet erklären kann. Ich habe es nicht geschafft, jeden Monat einen BH zu nähen, vor allem nicht am Ende, aber das ist egal. Jetzt werde ich nur noch BHs nähen, wenn ein alter ausgedient hat und ich einen neuen brauche.

Was ist mit Euch? Näht Ihr gerne Gummis an, oder hasst Ihr es genauso wie ich? Kennt Ihr irgendwelche Tricks, oder hilft nur üben, üben, üben?

 

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