Vienna Tank Top Sew-Along, Teil 2

Bevor wir jetzt mit dem Nähen anfangen, wollte ich noch einen letzten Punkt zur Vorbereitung erwähnen. Seidenstoffe sind ja oft recht rutschig und verziehen sich gerne. Um sich das Leben etwas einfacher zu machen, kann man die zugeschnitten Teile mit Sprühstärke einsprühen. Das macht die Seide steif und einfach zu händeln. Am Ende kann man die Stärke einfach auswaschen. Vorher sollte man diese Behandlung aber unbedingt an einem Reststück testen!

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Der erste Schritt ist das Anbringen einer Stütznaht am Halsausschnitt, um zu verhindern, dass der Stoff an dieser Stelle ausleiert. Dabei ist es wichtig, dass die Naht für beide Seiten in derselben Richtung genäht wird, also jeweils von der Schulter zur Mitte hin. Stichwort: „directional stitching“. Hier ist ein sehr schöner Artikel, was dahinter steckt. Dieses Prinzip sollte man immer berücksichtigen, um ungleichmäßiges Ausdehnen des Stoffes zu vermeiden.

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Passe – Methode 1

Diese Methode folgt der Anleitung. Hierbei werden die Armausschnittkanten von Passe und Oberteil quasi getrennt versäubert.

Zuerst werden beide Passenteile rechts auf recht aufeinandergelegt und an den Armausschnittkanten zusammengenäht. 

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Ich habe die Armausschnittkanten vom Oberteil verstärkt. Da ich kein Nahtband im schrägen Fadenlauf habe, habe ich mir Streifen aus leichter Einlage im schrägen Fadenlauf zugeschnitten….

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…und auf die linke Seite von Vorder- und Rückenteil entlang der Armausschnitte aufgebügelt.

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Die Kanten habe ich anschließend mit meiner Overlock versäubert. Da der Stoff nicht ausfransen würde, ist dieser Schritt nicht notwendig, aber ich finde, es sieht einfach hübscher aus.

IMG_0265_bearbeitet_Bildgröße ändernAnschließend die Nahtzugabe nach innen legen und die Kante absteppen. Dabei die letzten ca. 5 cm bis zur Seitennaht offen lassen. Ich habe das mit den beiden Stecknadeln markiert.

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Ich steppe von der rechten Seite aus ab, da meine Nähmaschine auf der Unterseite nicht so schöne Stiche macht.

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Jetzt bereiten wir die Vorderteile und das Rückenteil zum Kräuseln vor. Dafür bei den Vorderteilen entlang der Schulternähte zwei Reihen mit großer Stichlänge und etwas geringerer Fadenspannung innerhalb der Nahtzugabe nähen. Am Rückteil dasselbe zwischen den beiden Markierungen.

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Nun nehmen wir ein Vorderteil und schieben es zwischen die Passe. Hier ist es ganz wichtig, dass die Kante vom Armausschnitt bis ganz dicht an die Naht der Passe geschoben wird. Die linke Seite vom Vorderteil muss dabei zu der Passe gewandt sein, die innen liegen soll. Wenn beide Passenteile aus demselben Stoff sind, muss man hier aber nichts weiter beachten.

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Bevor ich die Fäden für die Kräuselung anziehe, stecke ich das Vorderteil am Anfang und Ende fest. So weiß ich dann genau, wie stark ich die Fäden anziehen muss.

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Mit etwas Geduld die Kräuselung gleichmäßig verteilen und dann feststecken. Dann lege ich das Passenteil wieder über das Vorderteil, stecke es fest und steppe durch alle drei Lagen.

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Bevor ich die Nahtzugaben zurückschneide, wende ich alles auf die rechte Seite und schaue, ob ich mit der Kräuselung und dem Übergang zwischen Passe und Vorderteil zufrieden bin.

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Sieht gut aus, also wieder zurück gewendet und die Nahtzugaben gestuft zurückschneiden. Dabei bleibt die Nahtzugabe, die später der Außenseite bzw. dem Oberstoff am nächsten liegt, am längsten.

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Für das zweite Vorderteil genauso vorgehen. Dann beide Vorderteil nach innen rollen, damit sie erstmal aus dem Weg sind.

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Jetzt wird das Rückenteil von oben zwischen die Passenteile geschoben, und zwar so, dass die linke Seite vom Rückenteil zur inneren Passe zeigt.

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Rückenteil bis nach unten durchschieben. Hintere Mitte und die Markierungen von Rückenteil und Passe ausrichten und feststecken.

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Fäden anziehen und die Kräusel gleichmäßig verteilen. Noch mehr feststecken….

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….das zweite Passenteil drüberlegen, ausrichten und durch alle drei Lagen steppen. Auch hier wieder darauf achten, dass das Rückenteil soweit es geht an die Naht von der Passe geschoben wird. Ich wende wieder alles kurz nach außen, um zu schauen, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

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Alles wieder auf links wenden und die Nahtzugaben gestuft zurückschneiden.

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Als nächstes die Nahtzugaben der Armausschnitte einschneiden und zur inneren Passe bügeln.

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Damit die Nahtzugabe bleibt, wo sie jetzt ist, wird sie festgesteppt („untergesteppt“). Das ist ein bisschen fummelig, und man kann die Nahtzugabe auch nicht komplett von Anfang bis Ende feststeppen. Die Nahtzugabe wird dazu nur an der inneren Passe festgesteppt. Dazu lege ich die Passe so unter meine Nähmaschine, dass ich die Naht mittig unter dem Füßchen habe. Die Nadel stelle ich dann in Richtung innnere Passe, hier ist es nach links. Beim Nähen achte ich darauf, dass beide Passenteile glatt liegen.

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Von innen sieht es dann so aus:

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und wenn die Passe wieder nach außen gedreht ist so:

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Jetzt haben wir es fast geschafft. Beide Passenteile werden am Halsausschnitt mit einem Heftstich zussammengehalten.

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Dann können die Seitennähte geschlossen werden. Hierbei darauf achten, dass die Nahtzugaben der Armausschnitte geöffnet sind. Ihr erinnert euch, hier hatten wir die Zugaben nicht bis zum Ende festgesteppt. Ich hab die Seitennähte mit der Overlock genäht.

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Anschließend werden die restlichen Nahtzugaben am Armausschnitt nach innen umgeklappt, festgesteckt und festgesteppt.

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Nach dem Steppen von rechts:

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Ich sichere den Faden nicht durch Rückstiche, sondern ziehe die Enden nach innen und vernähe oder verknote sie.

Soweit für heute. Damit der Post nicht zu lang wird, zeige ich euch die zweite Methode, wie man die Passe nähen kann, morgen.

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